Alles in Bewegung 🌀
Vom Weitergehen, Vorankommen, den pieksenden Stacheln des Alltages und der Kunst des Stillstandes
Aber ist es das? In Bewegung?
Ich, Lisa, habe oft eher das Gefühl, nicht voranzukommen, auf der Stelle zu treten. Mein Radius beschränkt sich an den meisten Tagen unter der Woche auf einen Umkreis von 500 Metern um unsere Wohnung, in dem ich regelmäßig dieselben drei Spielplätze aufsuche. Was in mir bisweilen ein Gefühl der Beklemmung auslöst, ist den Kindern herzlich egal. Nein, sie lieben es sogar.
Und täglich grüßt das Murmeltier.
Was für Phil Connors in der Komödie von 1993 zum absoluten Albtraum wird, jeden Morgen im gleichen Tag aufzuwachen, ist für meine Kinder der Inbegriff von Glück. Jeden Tag nach der Kita zur gleichen Eisdiele. Jeden Tag das gleiche Eis, natürlich mit Streuseln. Danach Spielplatz, nach Hause, Abendessen, Baden, Vorlesen, Bett.
Kinder brauchen Routine, das ist psychologisch hinreichend erforscht. Was meinen Bubus Sicherheit gibt und sie beim Wachsen unterstützt, lässt mich indes eingehen wie eine übergossene Zimmerpflanze.
Da wird der Prenzlauer Berg schnell zu Punxsutawney.
Zwischen Tür und Angel
Merkt man eigentlich erst, wenn man Kinder hat, was man gerne noch alles ausprobieren wollte? So im Leben generell? Und womit zur Hölle hat man eigentlich die viele freie Zeit vertrödelt, die man vor dem Elternsein hatte? Mich plagt fast jeden Tag so ein Gefühl von „da ist noch mehr“. Und keine Angst, ich werde nicht meine Sachen packen und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Weite suchen. Ich liebe mein Leben und meine Familie, aber ich würde genauso gerne mal einfach mit dem Fahrrad an die Ostsee fahren. Oder Wandern in den Dolomiten. Oder jeden Abend ab 18 Uhr in Ruhe mein Studium voranbringen, noch regelmäßiger für SAND in die Tasten hauen. Oder einfach ohne Absprache meinen Tag verbringen.
Gleichzeitig vermittelt mir Social Media täglich, dass das alle Eltern auf dieser Welt ganz locker hinbekommen. Ich weiß, dass das erstens Quatsch ist und ich zweitens DRINGEND meine Bildschirmzeit reduzieren muss, aber der Pieks ist immer da. Dieses Füllhorn an Hätte-Wäre-Wenn, sobald ich den Bildschirm entsperre ist nämlich weniger Inspiration, sondern scheint mir immer vor Augen zu halten, was ich alles verpasse oder vermeintlich nicht leiste. Ich stehe, während alle Welt an mir vorbeigeht. Ich bin die Mutter, die lauter Hätte-Wäre-Wenns hinterher weint, die aber selbst nicht in die Gänge kommt.
Stillstand vs. Social Detox
Eine interessante Beobachtung an mir selbst, die ich im Herbst vergangenen Jahres machen konnte, möchte ich ebenfalls mit euch teilen. Ich war das erste Mal seit Ettis Geburt länger ohne Kinder und Partner im Urlaub. Eine Freundin stieß noch hinzu, aber die ersten zwei Tage konnte ich allein mit mir auf Sizilien, genauer der Halbinsel Ortigia, verbringen. Ich war schon einige Male in Ortigia gewesen, weshalb das Erkunden mehr oder weniger wegfiel. Allein streifte ich durch die engen Gassen, entlang am Meer, das mal gemütlich, mal energisch gegen die Festungsmauern der Stadt brandet. Ich spazierte in meinem Tempo, blieb mal stehen, ging dann weiter … und fühlte mich total verloren. Ich wusste überhaupt nichts mit mir und dieser vielen Zeit, diesem Raum, der sich mir hier eröffnete, anzufangen. Und so blieb ich wiederum stehen.
Ich telefonierte viel, checkte Instagram, schrieb und las Nachrichten und verschickte Voicemails. Ich klammerte mich regelrecht an mein iPhone wie an einen Rettungsring. Und anstatt mental endlich mal weiterzugehen, den Alltag hinter mir zu lassen und neue Wege zu finden für Situationen, die mich in den vergangenen Monaten gefordert hatten, klammerte ich mich an das Jetzt und Zuhause fest. Ich stand mir und sprichwörtlich selbst im Weg - und das ärgert mich noch heute ein wenig. Weil ich diesem Stillstand, den ich dringend nötig gehabt hätte, um mal die Reifen zu wechseln und den Ölstand zu checken, davongefahren bin. Natürlich mit halbvollem Tank und ohne ausreichend Scheibenwischerflüssigkeit.
Gerade Stillstand und Langeweile können uns weiterbringen, aber fallen uns oftmals am schwersten. Weil sich in Bewegung halten den Eindruck von Zufriedenheit und Erfüllung nährt. Obwohl gefühlt alle anderen immer schneller laufen als man selbst.
Kann ein Schritt-zurück-gehen auch ein Weitergehen sein? Franzis Gedanken rund um eine „gute“ Elternschaft
Was mir vor allem in den letzten Wochen immer wieder im Kopf herumschwirrt: Heißt Weitergehen auch manchmal, große Schritte zurückzugehen? Zum Beispiel, zurück in Momente der eigenen Kindheit zu hüpfen, um sie nicht nur zu verarbeiten, sondern an sich zu arbeiten, um „gute“ Eltern sein zu können.
Ich denke an traumatische Ereignisse, wie den Verlust einer uns wichtigen Person, aber auch an kleinere Stachel (so nennt meine Therapeutin diese Momente), die mich manchmal wie Flashbacks in der Gegenwart einholen. Vor allem die kleineren Stachel bewegen mich gerade sehr. Für mich sind es Sätze wie „Vertraue niemanden.“ oder „Bewahre Contenance und zeige keine Emotionen.“, die mich so lange begleitet und geprägt haben und von denen ich mich erst vor ein paar Jahre „befreien“ konnte. Denn mir tut es gut zu sagen, wenn mich etwas privat oder beruflich, besonders zwischenmenschlich, belastet oder andere Personen eine Grenze überschreiten. Und ich möchte Personen einen Vertrauensvorschuss geben und an das Gute glauben. Genau das möchte ich auch meinen Kindern mit an die Hand geben, um auch frei zu sein – im Kopf, aber auch von Ängsten und Vorurteilen.
Von diesen kleinen Stacheln gibt es viele und einige sind zu privat, um sie auch hier zu teilen. Aber um sie Stück für Stück zu ziehen und sie nicht als ein großes Päckchen an meine Kinder weiterzugeben, habe ich gerade eine Therapie angefangen. Ganz für mich allein, aber irgendwie auch wiederum für alle anderen, um auch die Wut in meinem Bauch nach und nach verschwinden zu lassen. Wenn ich an die Stachel-Momente zurückdenke oder wenn ich sie als Sätze im Alltag mit den Kindern zu hören bekommen – oft gut gemeint oder weil man es nicht besser weiß.
Zum Ende der ersten Sitzung hat mir meine Therapeutin einen ganz wichtigen Gedanken mitgegeben, über den ich lange nachdenken musste: Eine begleitete Therapie, vor allem mit Fokus auf prägende Erlebnisse, ist im Vergleich zu Arbeitsbüchern etc. so wichtig, weil wir damals schon alleine waren und es bei der Aufarbeitung auf keinen Fall wieder sein sollten. Das hat mir als Abschluss vom ersten Schritt so gut getan und mir Sicherheit gegeben, vielleicht geht es euch ja auch ein wenig so.
Mit diesen Barfußschuhen sausen eure Kinder los!
Wir erinnern uns an Schuhe für Polly und Pippa, die zwar unfassbar cute aussahen, aber in denen unsere Töchter gelaufen sind wie in Holzclogs. Ein gutes Fußbett und eine flexible Sohle sind für kleine Kinder nicht nur gesund. Der Fuß kann auch optimal abrollen, bekommt genug Luft und das Laufen(lernen) passiert quasi "on-the-go”! Deswegen sind wir riesige Fans von Barfußschuhen – und in diese Modelle hier haben sich unsere Flitzer verliebt:
1. Adventure Sandal V2 von Viking Footwear, 65 Euro | 2. Aopri Leo von Wiliding, 69,00 Euro | 3. Lou 2.0 Kids von Groundies, 74,90 Euro | 4. Sana von Mikusasa, 84 Euro | 5. Izi von Mikusasa, 94 Euro| 6. Knit Walker von Affenzahn, 69,99 Euro | 7. Barefoot von Bisgaard, 69,95 Euro
Psst.: Auf Vinted findet ihr auch sehr gut erhaltene, günstigere Modelle.
Gelesen, gelikt, gespeichert – Unsere Top 10 vom Mai
Hut ahoi! Vergangene Woche haben News Kids in the House drei neue Sailor Hat Styles im Stapelstein Store in Berlin gelauncht. Für alle Leichtmatrosen von ganz klein bis fast schon groß. Die beiden Modelle kommen in je drei Ausführungen und was sollen wir sagen, auf dieser Welle reiten wir mit!
In Berlin gibt es ab sofort einen Sports & Social Club für Eltern von Kindern von 2 bis 8 Jahren. Den Mini Movers Club. Sie veranstalten Community Walks mit und ohne Kinderwägen, aber haben es sich auch zum Ziel gesetzt, die ganze Familie mit Sportkursen, Community-Formaten und ehrlichen Begegnungen zu bewegen. Wir werden versuchen, für euch vorbeizuschauen!
Lisa ist late to the party und absolut besessen von der Serie „Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette“ auf Disney Plus. Das Casting! Der Soundtrack! Das Kostümbild! Die Nostalige! Ein kleiner (sehr dramatischer) Escapismus von der Realität – wenn auch mit ebenso tragischem Ende.
Wecke die Pippi in dir! Das ist nun möglich und zwar mit der neuen Kollektion „Lucky Years“ von Nike van Dinther und Kauf dich Glücklich. Wir sind so was von Fans! Unsere Favoriten? Das Bandana, die Polka-Dot-Mom-Jeans und das Tüll-Shirt (da bist schön viel Nachtisch drunter)! Aber eigentlich alles.
Sehr bewegt hat uns dieser Post von Madeleine Daria Azidaleh über den Kontaktabbruch von ihrem Vater vor genau zehn Jahren.
Gut Ding will Ärmel ... äh Weile haben. Wie viel Liebe man in gute Basics stecken kann, beweisen Anna und Sara mit ihrem nachhaltigen Label Popeia seit inzwischen fünf Jahren. Für die neuen Tightys haben sie es aber ganz genau genommen und satte drei Jahre in die Entwicklung gesteckt. Der perfekte Sitz, der optimale Stretch, ein angenehmes Tragegefühl und eine Farbpalette, die Millenial-Beige das fürchten lehrt.
Wir würden sagen: Das Tüfteln hat sich gelohnt. Die Tightys kommen als Longsleeve und T-Shirt aus 96 Prozen Bio-Baumwolle und schmiegen sich perfekt an den Körper an Price point: 54,90 Euro.
Und klar: auch hier gibt’s pro Bestellung ein Paar Popeia-Socken für ein Frauenhaus. Na, welcher Tighty-Typ seid ihr?
Gibt es eigentlich Eltern, die nicht an den Lippen vom Kids.Doc hängen? Wir glauben nein. Ob Hand-Mund-Fuß, quersitzender Furz oder Tabu-Themen, die sonst niemand anspricht: Beim Kids.Doc kannst du’s nachhören. Und das seit inzwischen – Trommelwirbel und Wunderkerzen an! – 250 Folgen! Die Jubiläumsfolge vom Kids.Doc aka Dr. med. Vitor Gatinho ist exklusiv bei Podimo zu hören und dank unserer guten Beziehung (zwinker) bekommt ihr zwei Monate Podimo für nur 1€, wenn ihr auf das Bild klickt <3
Vor ein paar Wochen sind wir auf den Account kleinewunderstillen von der Hebamme und Stillmentorin Angie Richter gestoßen. Ihr könnt sie bei ihrem Stationsalltag, Notfällen und sehr besonderen Momenten begleiten. Was uns auch sehr berührt hat, ist dieser Post zum Internationalen Tag der Milchspende.
Tried & tested! Sonnendruck mit Kurkuma
Den lieben langen Tag bekommen wir die wildesten DIYs in unseren Feed gespült. Von Sensorischem Schleim aus Mehl, Stärke und Spüli über kurzweilige Beschäftigungsspiele bis hin zu ausgeklügelten Regalsystemen aus altem Holz. McGyver lässt grüßen. Wir haben uns nicht nur einmal gefragt, ob das alles wirklich so großartig funktioniert, oder wieder nur content for likes ist. Je doller desto toller. Ob also die DIY-Trends die wir am häufigsten sehen, wirklich funktionieren und so einfach umsetzbar sind, wie es immer versprochen wird, das testen wir am sofort regelmäßig.
Den Anfang hat Lisa mit dem Sonnendruck auf Kurkuma-Basis gemacht. Wie es geht und ob es wirklich geklappt hat? Erfahrt ihr, wo sonst, auf unserem Instagram-Account.
Im Juli kommt die neue Ausgabe von SAND – Der Newsletter für Eltern und was sollen wir sagen? Wir sind wütend! Wir sind im Ragemode! Es geht um Frust, Fremdbestimmung und Wut und wir gehen der Frage auf den Grund, was die Mom Rage von der Dad Rage unterscheidet. Bis dahin lest euch doch gerne durch unsere vergangenen Ausgaben.
Habt ihr Input, Fragen, Ideen? Schreibt uns auf Instagram oder per Mail an hello@allessand.de!










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